Holmes‘ Beziehung zu Watson

Übersetzung des Artikels Sherlock is the ‚gayest story in the history of television,‘ says Martin Freeman von Tim Walker, 24. Mai 2011.

Martin Freemans Sichtweise bezüglich Sherlock Holmes‘ Beziehung zu Dr. Watson hätte Sir Arthur Conan Doyle nicht gefallen.

Es ist eine Sache, in die sich Sherlock Holmes Fans genauso wenig gerne vertiefen, wie ihr Held sich in den Reichenbach Fall. Martin Freeman allerdings beschrieb die BBC Serie Sherlock als die ’schwulste Erzählung in der Geschichte des Fernsehens‘.

Bei den BAFTAs, wo er für seinen Dr. Watson den Preis als besten Nebendarsteller erhielt, sagte Freeman, dass Sir Arthur Conan Doyles Figuren für ihn in tiefer Liebe verbunden sind.

„Es geht um die Beziehung der beiden Männer und wie sie sich entwickelt und sich verändert“, sagte Freeman. „Es geht um die Dinge, die sie aneinander nerven und auch um die Dinge, die sie ehrlich aneinander lieben. Wir sahen es mit Sicherheit alle als eine Liebesgeschichte. Diese beiden Menschen lieben und brauchen einander auf eine dysfunktionale Art, aber es ist eine Beziehung die funktioniert. Sie erhalten Ergebnisse.“

Es ist wohl recht gut, dass Sir Arthur nicht mehr unter uns weilt bzw. auch seine Tochter, Dame Jean Conan Doyle, nicht. Kurz vor ihrem Tod im Jahr 1997, erzählte sie mir, dass ihr Vater angesichts einer derartigen Auffassung entsetzt gewesen wäre.

„Ich glaube, dass er sich in die Geschichte dieser beiden Männer genau zu der Zeit vertiefte, als er nicht an Sex denken wollte“, erklärte sie. Ihr Vater hatte sich in ihre Mutter, Jean Leckie, verliebt als seine geliebte erste Frau Louise, die an Tuberkulose erkrankt war, im Sterben lag. Sir Arthur benahm sich tadellos und erst ein Jahr nachdem er Louise verloren hatte, gestattete er sich Leckie zu heiraten.

Rupert Everett, der den Detektiv in der BBC Produktion Sherlock Homes und der Fall der Seidenstrumpfs spielte, meinte, dass er es als ‚eine Liebesaffäre sah, wenngleich eine, die nicht wirklich gelebt wird.‘

Dennoch, wie Holmes selbst einmal seinem Mitbewohner gegenüber anmerkte: „Wenn Du das Unmögliche ausgeschlossen hast, muss das, was übrigbleibt, wie unwahrscheinlich es auch immer sein mag, die Wahrheit sein.“

2 Gedanken zu “Holmes‘ Beziehung zu Watson

  1. Ich bin ein großer Fan der Serie und musste hierbei schon sehr lachen. In Fankreisen gibt es den Begriff ‚
    Johnlock‘ der als Pairing funktoniert. Nun frage ich mich doch leicht wieviel Wahrheit in dem Begriff steckt 😉

  2. Ich finde Martin hat Recht. Mit einer Liebesgeschichte muss ja nicht zwangsläufig intimes verbunden sein. Im amerikanischen gibt es den Begriff „bromance“ dafür. Das trifft es auf die beiden zu.

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