Sherlock Comic-Con Panel Zusammenfassung

Übersetzung des Artikels ‘Sherlock’ Comic-Con Panel Recap von Kevin Wicks, 18. Juli 2013.

Falls Ihr dachtet, Steven Moffat, Mark Gatiss und Sue Vertue würden verraten wie Sherlock seinen mehrere Stockwerke tiefen Sturz im Finale der zweiten Staffel überlebt, hätte ich da einen Wolkenkratzer in London
für Euch.

Während ihres allerersten Panels auf der Comic-Con in San Diego am Donnerstag, 18. Juli 2013, zierten die drei sich wie zu erwarten sehr, über den Handlungspunkt zu sprechen, der über Monate andauernde, fieberhafte Spekulationen nach sich zog. Doch sie denken, dass all das Tohuwabohu über Sherlocks Fall deplatziert ist. „Es gibt wirklich nur ganz wenige Wege von einem Dach zu fallen und zu überleben“, sagte Gatiss. „Es handelt sich nicht um schwarze Magie.“ Nein, der wahre Moment, den man in der ersten Folge der dritten Staffel tunlichst nicht verpassen sollte, wird sein, wenn Sherlock und John Watson endgültig wieder zusammenfinden. Diesen nennt Moffat einen „Show-Stopper“ *.

Episode Eins der dritten Staffel, die voraussichtlich irgendwann 2014 gesendet werden wird, wird den Titel »The Empty Hearse« [Der Leere Leichenwagen] tragen, welches ein Wortspiel mit dem Titel der Conan Doyle Geschichte »The Empty House« [Das Leere Haus] ist.

In den kommenden Folgen, können wir uns auf Johns Hochzeit mit Mary freuen – was Moffat nicht als Spoiler ansieht, da es bekanntermaßen in Sir Arthur Conan Doyles Büchern vorkommt – und der Rückkehr vom Andrew Scott, aber nicht missverstehen: Moriarty ist immer noch tot, nach der selbst zugefügten Schußverletzung im letzten Staffelfinale. „Wir haben ihn zurückgeholt, damit er eine Leiche spielt“, sagte Sue Vertue, „denn wir brauchten diese Leiche. Es war im Grunde billiger Andrew Scott zu engagieren als ein Mannequin.“ Zudem durfte sich das Publikum während des Panels über eine Szene zwischen Sherlock und Watson freuen **, es wurde jedoch gebeten darüber Stillschweigen zu bewahren. Aber ich kann Euch verraten, dass die Szene das Publikum so zum Jubeln brachte, dass fast der ganze Saal in stehende Ovationen ausbrach.

Weder Benedict Cumberbatch (Sherlock) noch Martin Freeman (John) waren beim Panel anwesend: die brandneuen A-Prominenten sind momentan ganz schön gefragt. Aber sie sandten der Menge freche Nachrichten per Video, Freeman vom Hobbit-Set und Cumberbatch von einem ungenannten Ort aus.

Sherlock Comic-Con

© Anglophenia, BBC America

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Wie Moffat dem Publikum erzählte, „Benedict ist der alberne, Martin der zynische, trockene Typ“, was eine nette Umkehr der Dynamik ihrer Charaktere bedeutet. Seinen wundervollen Humor unter Beweis stellend, spielte Cumberbatch unter Zuhilfenahme einiger Stoff-
tiere nach wie Sherlock seinen „Tod“ überlebte. Das Übertragungssignal brach jedoch passenderweise ab, sobald er zu den interessanten Stellen kam. (Das Video ist bei Entertainment Weekly zu sehen.)

bencumberbatch

Weitere erwähnenswerte Momente des Sherlock Panels waren: als Gatiss auf die Frage, was sie Sir Arthur Conan Doyle sagen würden, wenn sie mit ihm reden könnten, antwortete, „Wir verdanken Conan Doyle alles. Er ist ein genialer Autor, vermutlich der großartigste Kurzgeschichten-Autor, den es je gab und alles, was wir machen verdaken wir ihm. Daher würde ich gerne sagen, ‚vielen Dank, aber Spiritualismus ist übrigens unwahr.'“

Moffat fügte hinzu, „er neigte irgendwie sein ganzes Leben dazu anzunehmen, dass er nicht wirklich wichtig war, und dass seine Geschichten nicht sehr gut waren. Aber seine Geschichten sind einfach in der besten Erzählweise ihrer Art geschrieben und erfanden in gewisser Weise die Erzählart des Fernsehens, auch wenn dieses noch gar nicht erfunden war. Die Idee die gleichen Charaktere verschiedene Abenteuer in wöchentlichen Abständen erleben zu lassen, war seine Idee.“ Vertue fügte hinzu, dass Gatiss und Moffat oft zu ihrer Inspirationsquelle zurückkehren, wenn sie bei Drehbüchern feststecken.

„Ich war dabei eine gute Eingangsszene für Sherlock in Episode 3 zu schreiben, deren Drehbeginn anstand“, erzählte Moffat. „Und ich griff zurück auf [Conan Doyles] Geschichten und fand einen guten Auftritt für ihn.“

Befragt welche der Geschichten von Conan Doyle, sie gerne in Angriff nehmen würden, antwortete Gatiss, dass er sich gerne an »The Red-Headed League« [Der Bund der Rothaarigen] versuchen würde, und Moffat sagte, „»The Speckled Band« [Das Gesprenkelte Band] ist genial. Falls ihr »The Speckled Band« noch nicht gelesen habt, lest es. Es ergibt überhaupt keinen Sinn, aber auf jeder Seite steht etwas Aufregendes. Ich las es als sehr junges Kind und dachte mir, es kann kaum besser werden.“ Gatiss fügte jedoch hinzu, dass er und Moffat „nur die Stückchen von Conan Doyle nehmen, die wir mögen, anstelle ganze Geschichten zu adaptieren. Wir denken immer an große Handlungsbögen und film-
gerechte Geschichten. Wir versuchen an Geschichten mit geeigneten Umfang zu denken, die diese Art der Länge verdienen.“

* Damit meint er vermutlich auch, unsere Herzen werden stehenbleiben. Schockdecke vorrätig?
** aus der noch nicht fertig editierten Episode 2