27. Mai


27. Mai

Der Gift Riese

Es begann alles damit, dass ich eine Email erhielt. Worin sich kein Text befand, sondern nur das Bild einer Perle. Ich nahm an, es wäre Spam, aber am nächsten Tag traf eine weitere ein. Noch eine Email, noch ein Bild. Eine weitere Perle. Und wieder und wieder. Sechs Tage, sechs Perlen.

Und dann hörte es ohne Erklärung einfach auf. Ich hätte es glücklich ignoriert, aber Sherlock fasziniert. Ich glaube, das was ihn am meisten interessierte, war, dass ich anstelle seiner die Emails erhalten hatte. Nun, ich denke, es irritierte ihn. Naja, ich weiß, dass es so war. Eines Morgens rief er mich zu sich und forderte schreiend einen Grund dafür, warum die interessanten Leute immer mir mailten und nie ihm. Manchmal benimmt er sich wirklich wie ein kleines Kind.

Wir konnten die Emails zu einer Lagerhalle in Wapping zurückverfolgen, die einem gewissen Daniel Brennan gehörte. Wir fanden die Lagerhalle, aber unglücklicherweise fanden wir auch Daniel Brennan. Er lag neben einem Laptop, von einem vergifteten Pfeil dahingerafft. Nicht, dass dies Sherlock aufgefallen wäre. Er war eifrig damit beschäftigt, den Laptop nach weiteren Hinweisen zu durchsuchen. Er hatte bereits herausgefunden, dass wir uns im Grunde auf einer Schatzsuche befanden. Ich machte einen Witz über Anneka Rices Hinterteil, aber er verstand ihn nicht.

Wir nahmen den Laptop mit in die Baker Street und untersuchten ihn. Er schien jemandem namens James Swandale zu gehören, wie die o-so-unachtsam auf der Festplatte belassenen Dokumente vermuten ließen. Ich brauchte mir nicht von Sherlock sagen lassen, dass es sich um eine Art Falle handelte. Aber er tat es trotzdem.

Er hatte von Swandale gehört. Er war ein Juwelendieb, der anscheinend ohne weiteres an viele Orte gelangen konnte, da er… nun… klein war. Wirklich, sehr klein. Ich bin mir nicht sicher, was heutzutage das richtige Wort dafür ist.

Was ich jedoch nicht verstand war, warum er mir überhaupt gemailt hatte. Warum führte er mich zu einem unschuldigen Mann, den er umgebracht hatte? Und was am seltsamsten war, warum lotste er mich zu einem Laptop, der mit Hinweisen zu seinem nächsten Coup gespickt war? Offensichtlich handelte es sich um irgendeinen Trick. Er wollte uns wohl an den falschen Ort lotsen. Aber selbst dann, warum sandte er mir überhaupt diese Emails? Oder war es ein Trick von jemand anderem? Wollte jemand Swandale eine Falle stellen? Um ehrlich zu sein, war ich verblüfft. Aber wann bin ich das nicht?

Aber Sherlock war Sherlock. Das war alles ein großes Spiel. Jemand hatte ein neues Spiel mit ihm begonnen und er musste gewinnen. Das war etwas, das ich gleich am Anfang unserer Freundschaft gelernt hatte.

Der deutlichste Hinweis, der uns weiterbrachte, zeigte uns, dass Swandale der Pläne eines Hauses habhaft geworden war, welches irgendeinem Popstar aus den Neunzigern namens Giles Conover gehörte. Er war wohl mal in der „Indie Szene groß gewesen“. Ich weiß zwar nicht wirklich, was das bedeutet, aber für Euch zur Info.

Also zogen wir los um die Lage zu sondieren. Nachts. Und da trafen wir James Swandale. Um ehrlich zu sein, war er angsteinflößend. Und er hatte seinen vergifteten Dartpfeil dabei. Und er hatte einen Freund. Einen großen Freund. Einen wirklich großen Freund. Sherlock erkannte in ihm Phil Dickinson, einigen auch als Der Kopfknacker bekannt. Da waren wir also, von Swandale und seinem Giftpfeil quer über ein Dach gejagt, nur um in den Armen dieses Kerls zu landen, der mich mit seinen bloßen Händen in zwei Stücke brechen konnte.

Und darum war es gegangen. Jemand wollte uns tot sehen und hatte anstelle eines Auftragskillers zwei Juwelendiebe engagiert, die wie die Version des Komikerduos Little & Large (Klein & Groß) aus einem bösen Paralleluniversum wirkten. Sie versuchten Sherlock zu überlisten, indem sie sich nicht an die Regeln hielten.

Offensichtlich entkamen wir ihnen. Sherlock kann gut mit einem Schwert umgehen und ich hatte eine Waffe mitgebracht. Einer von ihnen fiel vom Dach und der andere sitzt momentan im Gefängnis.

Wir fanden nicht heraus, wer uns umbringen lassen wollte. Ich war der Meinung, dass wir es weiter untersuchen sollten, aber Sherlock hatte es bereits als langweilig und irrelevant abgetan. Er interessierte sich viel mehr für einen Anruf, den er eben von Greg erhalten hatte.

Über einen Elefanten.

Und das war das. Auf ging’s. Bereit unseren nächsten Fall zu lösen. Es ist anstrengend, aber, Gott, was hab ich dieses Leben vermisst.

6 Kommentare

Noch ein guter, Kumpel.
Mike Stamford 27. Mai

alless lügen!!! besuchen hier nix mehr qweil sdie dein lügen nich glaube KUMPEL
#teammoriarty 27. Mai

Sherlock wurde für unschuldig erklärt. Laß es bleiben.
Jacob Sowersby 27. Mai

Danke, Jacob.
John Watson 27. Mai

Ich habe Giles Conover verehrt!!! Habt Ihr Euch ein Autogramm geben lassen?!
James Gamlin 27. Mai

Nein.
Sherlock Holmes 27. Mai

Dr. John H. Watsons Blogeinträge – ins Deutsche übersetzt, mit
freundlicher Genehmigung der BBC und des Autors, Joe Lidster.

Originalartikel THE POISON GIANT