Rupert Graves & Lars Mikkelsen

Highlights aus dem Gespräch mit Lars Mikkelsen und Rupert Graves, 25.04.2015

Wie siehst du die Beziehung zu Sherlock, auch im Sinne der Zusammenarbeit mit Lestrade?
Rupert: Die Beziehung zu Sherlock ist recht kompliziert. Ich denke, Sherlocks Talent fasziniert ihn und er ist extrem neidisch, da Sherlock viel brillanter als er ist. Sherlock ist immer eher da als er und Greg muss sich von ihm erklären lassen, was vorgefallen ist. Ich glaube, er liebt ihn wirklich. Er liebt Sherlocks Talent und ist in gewisser Weise davon abhängig, denn er badet ein wenig in Sherlocks Glanz, aber es gibt eine unterschwellige Eifersucht und Neid, allerdings ohne Bitterkeit.

Dies entspricht nicht den Darstellungen Lestrades in anderen Serien oder Filmen.
Rupert: Als ich anfing, war ich ein wenig in Sorge, dass er wie ein normaler Polizist sein könnte, der im Grunde einen Freund mit Superkräften hat.

Ist er wieder mit seiner Frau zusammen?
Rupert: Greg ist einsam. Er geht ins Spearmint Rhino. Das ist ein Stripclub für traurige Bullen.

Lars, was hat dich dazu bewegt diese Rolle anzunehmen?
Lars: Es war eine Steigerung für mich. Die Leute hier sind phänomenale Schauspieler. Und das Drehbuch war richtig, richtig gut. Der Charakter war interessant und zugleich unwiderstehlich für mich. Ich dachte nicht, ’soll ich es machen?’ sondern sagte ’ja, klar. Ich mache es.’

Es gibt eine Szene, in der du sprichst und im Hintergrund ist ein Plop Geräusch zu hören. Stand das im Drehbuch?
Lars: Stand es. Du solltest die Drehbücher sehen, sie sind dermaßen gut geschrieben. Was diese beiden Jungs zu Papier bringen, ist wirklich brillant.

Wer ist schlimmer, Magnussen oder Hannibal?
Lars: Da musst du meine Mutter fragen.

[Anm. Anne: Hannibal wird von Lars’ Bruder Mads gespielt.]

Wie werdet ihr alle damit fertig werden, dass Sherlock einen kaltblütigen Mord begangen hat?
Rupert: Die Lösung dazu kenne ich noch nicht. Aber ich bin gespannt darauf.
Lars: Aber sie brauchen ihn und seine Fähigkeiten.
Rupert: Man kann Sherlock nicht in eine Zelle stecken. Das würde nicht funktionieren.

Spielst du in der viktorianischen Folge mit?
Rupert: Ich habe einen aberwitzigen Hammelkotelett Backenbart!

Was gefällt euch an Euren Rollen?
Rupert: Was mir an Lestrade gefällt, ist seine Ehrlichkeit. Er ist ein ehrlicher Bulle, der sich bemüht. Ich glaube, er findet das Leben ein wenig anstrengend. Er hat nicht das hellste Köpfchen. Aber er hat Anstand, Ehrlichkeit und das Herz am rechten Fleck. Und was mir wirklich gefällt, sind die Worte, die mir Mark und Steven in den Mund legen. In Baskerville, war Greg eine Niete undercover. Zum Beispiel als er diese Sonnenbrille im Pub trug.

Fragen Fans nach dem Schnippen?
Lars: Ja, tun sie. Es war ziemlich hart für Martin Freeman. Als wir es drehten, fragten wir, ob wir ohne auskommen und es ein Stunt sein könnte. Aber wir mussten selbst ran. Und nach einer Weile brauchten wir eine Pause, da sein Gesicht ein wenig geschwollen war. Es ist echt. Das Schnippen ist echt.

Inwiefern hat diese Erfahrung dein Leben verändert?
Lars: Sie hat Türen geöffnet. Die Erfahrung selbst, mit so exzellenten Talenten zusammen zu arbeite, ist etwas das dir nicht oft passiert. Daher, was das Schauspiel und mein Handwerk betrifft, hätte ich mir nichts Besseres wünschen können.

Was missfällt euch an euren Charakteren?
Rupert: Ich hasse ehrlich meine Schuhe. Sie sind grau und biegen sich vorne leicht nach oben, was sie wie Feen Schuhe aussehen lässt. Ich wünschte, er wäre ein wenig intelligenter. Das war’s schon, ich mag ihn eigentlich recht gerne.
Lars (augenzwinkernd): Magnussen ist ein wirklich lieber Kerl. Ich sehe so viel Potenzial in ihm. Natürlich missfällt mir die ganze Sache, aber es hat durchaus seinen Reiz einen Superbösewicht zu spielen, wie zum Beispiel Richard III.

Habt ihr euch eine Vorgeschichte für eure Charaktere überlegt?
Rupert: Vor fünf Jahren, aber ich hab sie vergessen und den Zettel verlegt.
Lars: Nicht für diese Rolle, da es in erster Linie um die Darstellung ging. Eine Vorgeschichte war nicht wirklich relevant. Es war sehr eindeutig, was ich in den einzelnen Szenen zeigen sollte. Manchmal mache ich, aber hier nicht.

Wenn ihr in der Zeit zurückreisen und Arthur Conan Doyle eine Frage zu eurem Charakter stellen könntet, wie würde sie lauten?
Rupert: Ooh! Keine Ahnung.
Lars: Das ist interessant, denn die Geschichte basiert auf einer damals tatsächlich existierenden Person.
Rupert: Lestrade kommt kaum in den Geschichten vor. Vielleicht würde ich ihn daher fragen ’warum hast du dich nicht für ihn interessiert? War er dir egal?’

Was dachtet ihr, als euch angeboten wurde in einer modernen Fassung von Sherlock Holmes mitzuwirken?
Rupert: Ich fragte mich, wie sie es anstellen würden. Zu dem Zeitpunkt hatte ich aber die Originalgeschichten noch nicht gelesen. Ich las erst die Drehbücher, dann die Bücher und fand die Drehbücher viel besser, da wir uns doch um einiges weiterentwickelt haben. Was mir am Drehbuch zu Eine Studie in Pink so gefiel, war die verbale Jagd, die Art wie Sherlock den Fall verfolgt. Ich las die Geschichten und vermisste dieses Gefühl.
Lars: Baskerville war meine Lieblingsgeschichte als Kind. Es blieb mir Jahre in Erinnerung.

Mit welchem der anderen Charaktere würdet ihr gerne einen Tee trinken?
Rupert: Mit Sherlock.
Lars: Mit Irene.

Rupert, was hältst Du von einer eigenen Sendung für Lestrade?
Rupert: Ich denke, das könnte ein wenig schwierig werden, da er zumeist traurig in kleinen Klubs und seinem Appartment rumhängt. Zudem ist er nicht clever genug einen Fall zu lösen. Klingt irgendwie mehr nach Comedy.

Wie stellst du dir Lestrades Wohnung vor?
Rupert: Ich denke, es wäre ein moderner Neubau. Recht klein. Ziemlich leer. Mit Fotografien seiner Frau, in denen Dartpfeile stecken.

Sowie leeren Lieferservice Schachteln und Bierdosen?
Rupert: All das Zeug.

Was hälst du von Molly?
Rupert: Ich glaube, Lestrade steht wirklich auf sie. Es gibt da diesen Moment auf der Weihnachtsfeier, wo sie ihren Mantel auszieht.

Womit könnte Magnussen Lestrade erpressen?
Rupert: Mit seiner schrecklichen Impotenz.

Quellen:
»Sherlocked talk transcript: Rupert Graves and Lars Mikkelsen« von saziikins.
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Foto © 2015 Rox – Nutzung mit freundlicher Genehmigung von rox712