Sherlocked, die erste offizielle Sherlock Convention

Dieser Artikel von Bianca erschien zuerst am 19.05.2015 beim Webmagazin Nippon Nation.
Text & Fotos © 2015 by sleeping frogBianca
Vielen Dank für die freundliche Genehmigung der Zweitverwertung!

Am Wochenende vom 24. bis 26. April fanden sich zahlreiche Fans der BBC Serie Sherlock in London’s ExCel Halle ein, um sich mit Gleichgesinnten zu treffen und auch um sich die Möglichkeit nicht entgehen zu lassen, die Cast und Crew persönlich kennen zu lernen.

Da ich selbst ein Fan der Serie aus den Händen von Mark Gatiss und Steven Moffat bin, war diese Con natürlich ein persönliches Muss.

Angekündigt ein Paar Tage nach der Erstaustrahlung der dritten Staffel im Januar 2014 und ursprünglich auch für 2014 geplant, wurde im Februar 2015 endlich das fixe Datum bekanntgegeben. Für Leute welche nicht aus dem Vereinigten Königreich kommen, war 2 Monate vor der Convention natürlich recht knapp, doch das hielt niemanden auf sich Flug, Unterkunft und natürlich ein Ticket zu besorgen.
Die Tickets waren in verschiedenen Preiskategorien erhältlich. Beginnend bei einem Tagesticket um £ 29 (€ 39) bis hin zu einem VIP Pass um £ 2.995 (€ 4.048)

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Natürlich konnte man sich hier über den Preis aufregen, da vor allem der VIP Pass für einen Schüler, Studenten oder auch Berufstätigen nur schwer zu bezahlen ist. Allerdings hatte man als VIP Pass Inhaber einen bevorzugten Status gegenüber allen anderen Ticketklassen.
Ich selbst besuchte die Sherlocked mit einem Gold Pass für £ 295 (€ 398). Im Gegensatz zu einem Standard-Wochenendticket, hatte ich in meinem Ticket jeweils ein Foto mit jedem Gast sowie ein paar Autogramme inbegriffen, ebenso wie kleine Goodies.

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Klingt auf die Schnelle teuer; beachtet man allerdings, dass ein Foto um die £ 20, bzw. mit Mr. Cumberbatch £ 45 kostete und man vor den Silver und Standard Pässen an der Reihe war, was sich natürlich auf das Anstellen in den Schlangen auswirkte, zahlte sich der Preis wahrlich schon aus.

Die Convention selbst befand sich in zwei der vielen Hallen der ExCel, welche zu einer zusammengeführt waren und war größenmäßig sogar relativ klein. Es gab zwei Bühnen wobei die kleine Bühne für alle Besucher offen war, während die wichtigen Q & As auf der großen, im 221B Wohnzimmer-Stil eingerichteten Bühne abgehalten wurden, die nur für jene Besucher zugänglich war, welche das dazugehörige Ticket besaßen.

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Auf der kleinen Bühne wurden unter anderem Vorträge über Cosplay und die Kostüme aus Sherlock sowie interaktive Sachen wie ein Quiz oder auch die Cosplay Parade – welche zudem auch ein Cosplaywettbewerb war – abgehalten.

Je nach Tickettyp kam es natürlich vor, dass man sich sehr oft etwas länger in einer Schlange befand, um sein bezahltes Foto oder Autogramm zu bekommen. Allerdings war das Warten unter Leuten mit welchen man über das selbe Thema quasseln kann, nur halb so lang wie man denken könnte. Hatte man zusätzlich Probleme zu einem Bühnenpunkt zu spät zu kommen, obwohl man jedoch für ein Foto bezahlt hatte, waren die Conhelfer sehr nett und zuvorkommend und halfen alles unter einen Hut zu bekommen, sodass mas nichts verpasste.

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Ich selbst kam nur zum Moffat & Gatiss Talk am Sonntag zur 221B Main Stage da ich selbst sehr oft wegen dem Cosplay aufgehalten wurde und auch sonst viel umhersah. Allerdings finden sich die meisten Programmpunkte schon im Internet zum Nachsehen oder Nachlesen.

Wie ich am Anfang erwähnte, war ich mit einem Gold Pass anwesend und hatte demnach ein Foto mit jedem Darsteller zur Verfügung. Wer sich demnach schon immer gefragt hat wie die Darsteller in Persona sind, dem kann ich getrost sagen, dass der gesamte Sherlock Cast ein bunter Haufen netter und unglaublich liebevoller Leute ist.

Natürlich gab es nicht nur die Fotoshoots, Autogramme oder Bühnen. Wenn auch die Wände selbst etwas karg waren, gab es genug Filmrequisiten sowie zwei Filmsets zu bestaunen.
Die ausgestellten Sets bestanden aus dem Wohnzimmer der 221B sowie Mycrofts Office.
Zu Betreten waren beide leider nur im Rahmen des Photoshoots für einen Moment, Fotos im Allgemeinen waren allerdings auf Abstand in den Zeiten erlaubt wo keine Photoshoots zugange waren.

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Neben den beiden Sets gab es zur freien Verfügung die ikonische Eingangstüre der 221B, einen Panzer im Zuge der Ausstellung John Watson, History of a Hero, einen großen Doppeldecker Bus, eine Telefonzelle, Jeff Hopes Taxi aus Study in Pink, eine kleine Ausstellung verschiedenster Outfits und Requisiten, wie zum Beispiel John und Mary Watsons Hochzeitsbekleidung, Sherlocks verschiedene Outfits und selbst die Outfits der beiden Hauptcharaktere für das kommende Christmas Special wurden ausgestellt.

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Was bei keiner Con natürlich zu vergessen ist, sind die Händler. Hier waren allerdings nicht viele vertreten. Hauptaugenmerk bekam natürlich der Stand der BBC mit all ihrem Sherlock Merchandise sowie beide Sherlocked Merchandise Stände, bei welchen man sich neben Schlüsselbändern und anderen kleineren Sachen vorrangig seine Prints für die Autogramme kaufen konnte.

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Um zu einem Schluss zu kommen, folgend eine kleine Pro und Contra Liste:

Pro
offizielle Sherlock Convention
gut erreichbar in der ExCel Halle
angemessene Einhaltung der Ticket Klassen
fast alle Darsteller der Serie sind gekommen
hilfsbereite und freundliche Convention Crew
Programmplan in jeder Ecke zu finden

Contra
Preis
zu kleine Halle
chaotische Organisation beim Online-Ticketkauf
Programmplan erst sehr kurzfristig vor der Veranstaltung bekannt gegeben
keine Sitzmöglichkeiten außer in den Lokalen außerhalb der Halle
zu wenige Händler
zu wenig Fanbeiträge
keine Willkommens- und Abschiedsrede/Veranstaltung
zu wenig Programm für Besucher mit einem normalen Ticket

Fazit
Trotz Ärgernissen bezüglich Ticketkauf da man im Vorhinein nicht wusste welche Tickets es geben wird und wie viel diese kosten werden was einen mittleren Panik kauf am Ticket-Release Tag ausgelöst hat und den wahnsinnigen Ticketpreisen, kann ich die Sherlocked guten Herzens jedem BBC Sherlock Fan empfehlen. Selbst Leute mit nur einem Wochenend Ticket hatten durchaus die Möglichkeit Autogramme von zum Beispiel Steven Moffat zu bekommen und die Nebenbühne brachte ebenfalls interessante Programmpunkte, wenn auch ich selbst sie nie komplett sah, da ich sehr viel herumgestreunte.