Arthur Conan Doyle & Joseph Bell

als Romanfiguren in… Die Augen der Heather Grace

Diese Besprechung von Autor Andreas Schneider erschien zuerst am 28.06.2014 auf seinem Blog. Vielen Dank für die freundliche Genehmigung der Zweitverwertung!

Ich gebe es zu, der Titelnachsatz Aus den dunklen Anfängen des Sherlock Holmes machte mich neugierig und ließ mich zu diesem Buch greifen. Wahrscheinlich sollte genau das der Effekt des Verlagsmarketings sein. Aber es hat sich gelohnt.

Zwei Personen stehen hier im Mittelpunkt. Zum einen der junge Arthur Conan Doyle und zum anderen Dr. Joseph Bell.
Joseph Bell (1837-1911) war Chirurg und gilt als Pionier der Forensik. Es ist belegt, wie Doctor Joseph Bell in einigen Fällen von Scotland Yard zu Rate gezogen wurde und es ihm gelang mithilfe winziger Indizien und reiner Deduktion Verbrechen aufzuklären. Der Arzt gilt als Vorlage für die Sherlock Holmes Figur, während sich Conan Doyle als Doktor Watson sah.

Von diesem Hintergrund ausgehend, jagt der Roman von einem Abenteuer zum nächsten. Der Hauptkriminalfall des Buches erinnert an Die einsame Radfahrerin. Auch Das gefleckte Band sowie weitere bekannte Fälle tauchen in einer bestimmten Art und Weise hier auf. Doch wie gesagt, diese Fälle ähneln und verweisen auf die bekannten Geschichten, hier gibt es ganz andere Lösungen und Zusammenhänge …

Fazit:
Ein Muss für alle Sherlock Holmes Fans. Es scheint beinahe, als hätte dieser Roman irgendwo in einer Blechschachtel gelegen und auf seine Entdeckung gewartet …

Pirie_HeatherGrace
Inhalt:
Sie ist jung und schön: Heather Grace, eine der ersten Patientinnen, die den jungen Arzt Arthur Conan Doyle aufsuchen. Doyle ist verwirrt, nicht nur wegen ihrer Schönheit, sondern auch wegen ihrer Visionen von einem Phantom, die sie immer öfter heimsuchen. Bald jedoch lenkt ein viel schwerwiegenderer Fall Doyle ab: der Mord an einem reichen Geschäftsmann. Doyle selbst gerät in Verdacht. Hilfesuchend wendet er sich an seinen alten Mentor, den brillanten Dr Joseph Bell. Dieser findet bald heraus, dass der Schlüssel zur Lösung des Rätsels in der Tat in den Augen der Heather Grace liegt …

Die Augen der Heather Grace
von David Pirie, übersetzt von Michael Ross
Erschienen bei Bastei Lübbe, 2014

Tipp: auf der Verlagsseite gibt es eine Leseprobe.