Offener Brief an die ARD

zum Thema Kinoausstrahlung der Originalfassung von »Sherlock: The Abominable Bride«

Sehr geehrter Herr Dr. Möllmann,
sehr geehrte Verantwortliche der ARD und ARD Degeto,

da sowohl ARD Degeto als auch Zuschauerredaktion inzwischen an jede eingehende Email zum Thema Sherlock eine Standardantwort1 versenden, melde ich mich selbst noch einmal bei Ihnen.

Laut Standardantwort war die Kinoübertragung der Originalfassung nur im direkten Umfeld der Fernsehpremiere möglich. Dies ist nicht korrekt. Es gab und gibt eine Reihe Länder, die das Special auf der Leinwand sahen/sehen werden, obwohl der landeseigene Kanal, der die Serie Sherlock lizensiert, keinen absehbaren Sendetermin2 geplant hat.

Sie blockierten die Übertragung bislang, da Sie nicht auf Ihr Erstausstrahlungsrecht3 verzichten wollen. Diese Entscheidung betrifft auch unsere Nachbarländer Österreich und die Schweiz, denn ORF und SRF lizensieren Ihre synchronisierte Version und müssen sich somit Ihnen anpassen.

Dank Ihnen mussten daher Sherlock Fans in drei Ländern bisher auf ein einzigartiges Kinovergnügen4 verzichten.
Sie verhindern Einnahmen in Millionenhöhe5 für BBC sowie Kinos in D/A/CH, und verzichten sogar selbst auf gutes Geld. Oder kam Ihnen etwa nicht in den Sinn eine prozentuale Beteiligung auszuhandeln?

Sherlock: The Abominable Bride ist ein cinematographisches Meisterstück, das mit viel Liebe zum Detail für die Leinwand produziert wurde. Aber eine Kinoübertragung schadet Ihren Quoten nicht. Im Gegenteil können Sie davon ausgehen, dass viele Kinogänger den Film bei Ihnen einschalten würden, nicht nur weil er hervorragend ist, sondern um ihn in ihrer Muttersprache zu sehen. Denn wie Ihr Programmbeirat6 bereits feststellte, ist Sherlock eine sehr anspruchsvolle, komplexe Sendung, die öfter als ein Mal gesehen sein will, um in ihrer Gänze erfasst zu werden.

Ich bitte Sie hiermit endlich den deutschen Raum für eine Kinoausstrahlung des englischen Originals von Sherlock: The Abominable Bride freizugeben.

In Erwartung einer ehrlichen, auf den Inhalt dieses Briefes bezogenen Antwort verbleibe ich
mit besten Grüßen

Anne Kästner

Quellen:
1 Standardantwort
2 Übersicht TV, Kinos & Länder
3 Erstausstrahlungsrecht + BBC
4 Indiewire + Tweet
5 Zahlen
6 Die heimlichen Fernsehkritiker

MitzeichnerInnen:
Louisa Schuler
Roxana Alvarez Tichauer
Heike Ellinghaus
Ivonne Bischoff
Juliane Bunk
Stefanie Meissner
Denise Wendler
Annemarie Opp
Melanie Hentschel
Maria Gliesing
Cornelia Ilgen, Twitter
Petra Breunig, Website
Eva Ullrich, Twitter
Corinna Hennecke
Larissa Knoll
Vicky Alt
Janina Dörnath
Stefanie Siegele
Kerstin Boberg
Marius Jürrens, Twitter
Sandra Schneider, Twitter
Anika Ullmann
Hilke Mammen
Sandra Neumayer
Timo Huber
Jens Eh
Renate Schreck-Berge, Twitter
Sonja Linders
Juliane Sewig
Petra Schulz
Alina Gottschalk
Vanessa Gruschka
Juliana Babing
Nora Eisner
Sandra Kraft
Jil Nussbaum
Cassandra Zimmermann
Vanessa Voigt
Michaela Kieckheim, Twitter
Mira Gretler, Twitter
Sophie Weppner
Gerlinde Moorkamp
Maike Duddek
Séverine Ruch
Julia Hundt
Johanna Schreiner
Christine Siewers
Sandra Bromann
Konstanze Landgraf
Julia Stürmer
Jacqueline Meintzinger
Barbara Ondera
Antonia Benning
Anja Müller
Keanu Buschbacher, Twitter
Vanessa Hönemann
Panagiota Giannakidou
Sarah Dähler, Twitter
Maria Wickleder
Melanie Zerbach
Neele Brandt
Carina Herzberger
Lara Möhrle
Anna Thiel, Twitter
Eva Schmidauer
Clemens Meyer
Trina Richter
Marion Flecken
Nina Schulze
M. Freitag
Jeannette Mainka
Julia Höneise
Imke Grebener
Erika Körner
Susanne Fiedler
Isabel Vogt
Carolin Mühlbauer
Marion Kruger
Silas Leon Schaumburg, Twitter
Silke Wittig
Angela Rehm
Kristina Sommer
Anja Pfretzschner
Ela Melzer